Gemeinschaft braucht nur einen Tag – comunda trifft One Day e.V.

Jeder kennt die Bilder von traurig drein blickenden farbigen Kindern aus dem Fernsehen oder von Fotos. Viele empfinden dabei das Bedürfnis helfen zu wollen. Jedoch fällt es schwer zu verstehen, dass kleine Geldbeträge, die man einer von unzähligen Spendenorganisationen überreicht auch die Hilfe ermöglichen, die gebraucht wird. Alles scheint so weit weg zu sein und selten erhält man die Chance bestätigt zu wissen, dass und vor allem wie eine Spende ein Leben verbessert hat.

Im Jahr 2009 reiste Saskia Schmidt das erste Mal in den kleinen Ort Hoachanas in Namibia, Afrika. Mit der Unterstützung von erfahrenen Helfern vor Ort konnte sie schnell die Erkenntnis erlangen, wie wenig es braucht, um hier ein strahlendes Lächeln entgegengebracht zu bekommen.

Seither besucht sie Hoachanas jährlich und versucht mit der Hilfe der Dorfbewohner selbst, deren Leben ein kleines bisschen zu verbessern.

Im Sommer 2014 gründete Saskia den Verein ONE DAY, der sich genau diese kleinen Verbesserung der Welt auf die Fahne geschrieben hat, denn es gilt die Hoffnung: „MAYBE SOMEONE WILL CHANGE THE WORLD“.

In einer kleinen Gruppe wurde für Oktober 2014 eine Reise nach Hoachanas geplant, in der unter anderen ein sehr viel versprechendes Projekt realisiert werden sollte: Das Errichten eines Computerraums in der Schule von Hoachanas.

Um dieses Computer-Projekt zu realisieren, wurden im Vorfeld Computer, Bildschirme, Tastaturen und Mäuse von verschiedensten Firmen und Privatleuten gesammelt, aufbereitet und mit dem Open-Source-Betriebssystem „Edubuntu“ ausgestattet, um dem Schulalltag gewappnet zu sein.

Die fertigen Rechner und Zubehörteile wurden auf Paletten geladen und machten sich dann im August 2014 per Schiff auf die Reise nach Namibia.

Als diese Helfertruppe schließlich im Oktober in Hoachanas eintraf, war der Raum bereits, wie zuvor von Deutschland aus mit dem hiesigen Schulleiter geplant, mit ausreichend Strom, Stühlen und Tischen ausgestattet.

Die versandten Paletten hatten bereits ihren Weg in die entfernte nächstgrößere Stadt Mariental gefunden und konnten mit einem Auto dort abgeholt werden, um sie sogleich in dem vorbereiteten Computerraum zu installieren.

Glücklicherweise hatten alle Geräte die Reise weitestgehend unbeschadet überstanden, so dass nach diversem Auspusten von Arbeitsspeicher- oder Grafikkartensteckplätzen alle 21 vorgesehenen Sitzplätze mit einem eigenen Computer ausgestattet werden konnten.

Bereits in Deutschland war klar, dass die meisten Schüler und Lehrer bisher keinerlei Erfahrung im Umgang mit Computern aufweisen konnten, so dass auch diverse Einführungsschulungen vor Ort unbedingt gegeben werden sollten.

Eben diese Computerkurse wurden schließlich über knapp zwei Wochen gegeben, um zu erreichen, dass die Scheu vor der neuen Technologie weicht und das nötige Basiswissen geschaffen wird, um die Computer selbstständig in den Unterricht einbringen zu können.

Die Kurse selbst wurden den verschieden Bedürfnissen der Lernwilligen angepasst. So gab es Kurse für die Lehrer, die darauf getrimmt waren, ein möglichst breites Wissen abzudecken und die Lehrer in die Lage zu versetzen, möglichst schnell selbstständig das Gelernte an ihre Schüler weitergeben zu können. So lernten Lehrer was es heißt ein Programm zu starten, die Maus und Tastatur richtig zu bedienen, diverse Lernspiele für verschiede Altersgruppen anzuwenden und Wikipedia sowie Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogramme zu verwenden. Letztere wurden im Übrigen auch in Nachmittagsschulungen speziell für interessierte Erwachsene aus dem Dorf gelehrt.

Vormittags fand der Unterricht für die Schüler statt. Hier haben vom Erstklässler bis zum Neuntklässler nahezu alle Schüler die Chance bekommen, einen kleinen Teil der unendlich vielen Möglichkeiten, die ein Computer bietet, auszuprobieren.

Es war erstaunlich und bewegend zu sehen, mit welcher Begeisterung und welcher Freude sowohl Groß und Klein als auch Erwachsene diesen kleinen Schritt in eine völlig neue Welt genießen konnten und wie schnell durch einfaches eigenes Ausprobieren der eigene Wissensstand selbstständig erweitert wurde.

Die unzähligen lachenden und erfreuten Gesichter, das wahre Erstaunen darüber, was alles möglich ist und die unendliche Dankbarkeit, die über diese Emotionen vermittelt wurde, ist die großartigste Belohnung, die man sich vorstellen kann.

Bei der Abreise hat der Schulleiter sein Wort gegeben, dass er alles dafür tun werde, dass die Computerkurse fest in die Unterrichtspläne eingearbeitet werden.

Auch wenn Fernsehen und Fotos oftmals traurige und hoffnungslose Kindergesichter aufzeigen, um die Hilfsbereitschaft von anderen Menschen anzutreiben, ist festzuhalten, dass es ebenso eine wunderbare Erfahrung ist, auch einem lächelnden Kind beizustehen und den Versuch zu wagen, dass dieses Lächeln niemals wieder aus diesem Gesicht verblassen möge.

Von diesen jährlichen Reisen erstellt Saskia jedes Jahr einen Wandkalender, der die emotionalsten Momente in Form von 12 auserwählten Fotos und den dazugehörigen kleinen Geschichten festhält.

oneday-kalender

Diese Kalender können für 25,00€ hier erworben und bspw. zu Weihnachten verschenkt werden. Bis auf die Druckkosten kommt jeder einzelne Euro bei den Menschen in Hoachanas an.

Beitrag: Benjamin Köhler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.