Archiv für den Monat: Oktober 2014

Comunda und die dunkle Seite (des Inputs)

Wir lieben unsere Smartphones, Tablets, PCs und Macs, wir lieben die Möglichkeit jederzeit online zu gehen und das Internet nach (wie Nummer 5 es sagen würde) mehr Input zu durchforsten.

Ein unendlicher Strom aus faszinierendem Input, der niemals zu enden scheint. Die iterative Verarbeitung des konsumierten Inputs braucht mehr und mehr Zeit und plötzlich sitze ich mit meiner Frau am Frühstückstisch und merke, wir sind beide gefangen in einer virtuellen Blase, die sich aus unserem Smartphone um uns herum ausgebreitet hat. Wie ein dämpfendes Kraftfeld, welches uns von der echten Realität abschirmt und unsere volle Aufmerksamkeit auf die virtuelle Realität lenkt. Eine Realität welche wir durch ein Fenster von  ca. 5 Zoll Größe zu sehen bekommen.

Und als wäre das nicht schon problematisch genug, ist diese Blase von innen mit personalisierter und spezialisierter Werbung tapeziert worden. Egal in welche Richtung man schaut, man kann diesem penetranten Input nur schwerlich entgehen.

Jetzt stellt sich die Frage ist der Mensch dafür gemacht in einer virtuellen Blase mit einem gefühlten Radius von 1m zu existieren, oder ist er dafür gemacht nach draußen zu gehen und Gleichgesinnte zu finden. Vielleicht kann man das nicht so digital entscheiden, hier gibt es sicher mehr als nur Schwarz und Weiss, aber Fakt ist, wir tendieren langsam zur dunklen Seite der Macht des Inputs zu wechseln und unserem Empfinden nach ist das die schlechtere Seite, auch wenn sie sich manchmal so kuschelig warm anfühlt.

Man fragt sich gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen echter und virtueller Realität? Was kann ich in der echten Realität denn noch machen, was ich in der virtuellen Realität nicht kann? Werden die Gründbedürfnisse des Menschen durch die virtuelle Realität nicht schon komplett befriedigt? Nagut, essen und trinken müssen wir noch immer in der echten Realität, aber das soziale Miteinander ist schon äußerst effizient virtualisiert worden. Soziale Netzwerke und Kommunikationswege ist hier das Stichwort.

Und nun kommt Comunda mit ins Spiel, zugegeben auch ein virtuelles, soziales Netzwerk, aber eines welches den Aufenthalt in der Blase zu kurz wie möglich halten soll. Hier kann man keinen virtuellen Freunde sammeln, keine langatmige virtuelle Kommunikation führen, keine unendlichen Iterationen zur Input Verarbeitung, sondern nur dem erfüllenden Ziel nachgehen einen (oder mehrere) Gleichgesinnte zu finden und mit diesen das Leben zu genießen.

Gleichgesinnte die das Leben mit etwas mehr Würze und Zufriedenheit versehen als 500 Follower bei Twitter oder 1000 Freunde bei Facebook. Wo ein ‚like‘ ein echtes ‚like‘ ist und nicht nur der Klick auf einen „thumbs up button“.

Wir denken es wird langsam Zeit den Aufenthalt in der Blase wieder ein wenig zu reduzieren und wieder etwas (selbst-)bewusster durch Leben zu gehen. Mit dem Ziel mehr Ausschau nach den richtigen Menschen auf unserer Erde zu halten um, falls mal die folgende Frage kommt, etwas besseres in Petto zu haben, als dass man seine Brille schon immer bei einer bestimmten Firma hätte kaufen sollen!

Sag mal, wenn Du Dein Leben noch einmal Leben könntest, würdest Du alles nochmal genauso machen?

„Potenzielle Beziehungskandidaten tasten sich lieber erst mal virtuell in sozialen Netzwerken ab“

Zeitschrift „Emotion“ (Ausgabe September 2014) berichtet über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wichtigkeit dessen, was früher eine Selbstverständlichkeit war: zwischenmenschliche Berührungen.

Ganze spezialisierte Forschungsinsitute belegen etwa, dass eine Partner-Umarmung nach dem stressigen Arbeitstag den Blutdruck senkt. Oder, dass sich Berge mit Händchenhalten leichter besteigen lassen. Oder gar, dass vier Berührungen am Tag dem menschlichen Existenzminimum entsprechen: Entfaltung sei erst mit zwölf Berührungen möglich.

Eine unkomplizierte Nähe soll dem Menschen fehlen, die nicht einmal etwas mit Sex zu tun hat. Dabei soll es mittlerweile unhöflich geworden sein, sich zu jemandem in der Bahn zu setzen, ohne zu fragen. Aber, was nützt es, wenn so viele Personen sowieso den Blick in ihre Smartphones gesenkt haben, mit Ohren zugestöpselt?..